Wann sind Schlaftabletten sinnvoll, wann eher nicht? Wann sollte man bei Schlafstörungen ein Medikament einnehmen? Schlaftabletten einzunehmen ist heute leider in fast allen Fällen zur Regel geworden. Hier gibt es Hilfen und Tipps.

Diese wichtige Frage möchte ich versuchen in diesem Blogartikel zu klären. Aus meiner Erfahrung an der Klinik und meinen Gesprächen mit Patienten weiß ich , dass es sehr schwierig ist, jemanden zu überzeugen, seine schon Monate oder Jahre eingenommenen Schlaftabletten in Zukunft lieber wegzulassen.

Daher ist es unbedingt notwendig, bevor man ein Schlafmittel einnimmt und für lange Zeit daran „haften“ bleibt, sich zuvor zu überlegen, ob die Einnahme überhaupt sinnvoll ist.

Zu unterscheiden ist hier die Ursache der Schlafstörung und nicht das Symptom, also die Schlafstörung selbst.

Wir sollten uns also immer die Fragen stellen: Wann sollte man Schlaftabletten einnehmen und sind diese sinnvoll oder eher nicht?

1. Schlafstörungen auf Grund eines plötzlich eingetretenen Ereignisses (Reaktive Schlafstörung)

Stellen Sie sich mal vor, Sie erhalten von Ihrem Arzt eine ungewisse Diagnose und müssen jetzt längere Zeit auf den Befund warten, oder Sie erfahren vom Tod eines nahen Verwandten usw.
All dies sind Ereignisse die recht kurzfristig und plötzlich auf einen einstürmen und fast immer durch die Sorgen und Ängste zu nervöser Anspannung und Unruhe führen. Diese Symptome lassen einen gesunden Schlaf in den meisten Fällen nicht mehr zu. Diese dann auftretende Schlafstörung nennt man eine akute oder reaktive Schlafstörung.

Ist in einem solchen Fall ein Schlafmittel sinnvoll? Ich meine ja. In einem solchen Fall ist der kurzfristige Einsatz von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln durchaus angebracht, da ansonsten eine Verselbständigung der Schlafstörung droht.

Der Einsatz eines Schlafmittels sollte auf höchstens 4 Wochen begrenzt werden. Es ist danach wichtig zu wissen, dass nach Absetzen eine Verschlechterung eintreten kann, die dann mit verhaltenstherapeutischen Methoden behandelt werden sollte.

In den meisten Fällen ist dann eine Anpassung an die Situation eingetreten und die Schlafstörung verbessert sich von alleine wieder.

Schlaftabletten
Medikamente einnehmen oder lieber die Hände davon lassen?

2. Sind Schlaftabletten sinnvoll, wenn Sie an einer chronischen Schlafstörung leiden?

Dies ist die häufigste Form einer Schlafstörung. Durch Stress, Konflikte, unregelmäßige Arbeitszeiten und andere Einflüsse verschlechtert sich der Schlaf mit der Zeit immer mehr und führt zum typischen Teufelskreis einer Schlafstörung.

Dies ist die häufigste Form. Sehr viele Menschen sind von einer Insomnie betroffen.

Auch hier stellt sich dann wieder die Frage: Sind in einem solchen Fall Schlaftabletten sinnvoll?

Ich rate dringend davon ab, hier sofort zu einem Schlafmittel zu greifen. Schlaftabletten sind hier zumeist nicht das Mittel der Wahl, da damit nicht die Ursache, sondern das Symptom bekämpft wird. Logischer Weise führt dies dann nicht zu einer Lösung des Problems.

Die erfolgreichste und wichtigste Therapie stellt in einem solchen Fall die kognitive Verhaltenstherapie dar. In schweren Fällen kann aber begleitend ein Schlafmittel verordnet werden, allerdings sollte man auch hier die Grenze von 4 Wochen nicht überschreiten.

P.S: In meinem Online-Videokurs vermittle ich Ihnen die Methode der o.g. kognitiven Verhaltenstherapie wie sie auch an psychosomatischen Kliniken mit sehr viel Erfolg angewendet wird.

3. Schlafstörungen die durch eine Grunderkrankung hervorgerufen werden

Hier steht in erster Linie die (medikamentöse) Therapie der Grunderkrankung im Vordergrund. Dazu zählen z.B. Schmerzpatienten die ein Schmerzmittel benötigen oder Patienten mit Restless-Leg-Syndrom. Aber auch Patienten die an psychischen Krankheiten wie z.B. Psychosen leiden. Hier helfen Medikamente dabei die Symptome zu lindern. Auch hier kann dann begleitend ein Schlafmittel eingesetzt werden, das dann ebenfalls nach 4 Wochen wieder ausgeschlichen werden sollte.

Video: So schnell erhält man Schlaftabletten

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Wann sind Schlaftabletten nicht sinnvoll? 

Medikamente bei Schlafstörungen einzunehmen ist ein nicht unerhebliches Risiko. Alle diese Substanzen verursachen nicht geringe Nebenwirkungen. Deshalb muss hier eine strenge Nutzen/Risiko-Abwägung erfolgen.

Grundsätzlich sollte man Schlaftabletten nur unter den oben besprochenen Gesichtspunkten anwenden und die höchste Einnahmedauer von ca. 4-6 Wochen keinesfalls überschreiten.

Zudem gibt es Kontraindikationen die manche Medikamente von vorneherein ausschließen:
– Zu den Kontraindikationen gehören Suchterkrankungen oder eine solche in der Vorgeschichte.
– Beim Schlaf-Apnoe-Syndrom oder bei Lungenerkrankungen sollte man zudem keine sog. Benzodiazepine oder Z-Substanzen (Z-Drugs) einnehmen, da diese die Atmung beeinträchtigen können.
– Besondere Vorsicht sollte man bei älteren Patienten walten lassen, da bei diesen die Sturzgefahr erheblich ansteigen kann.
– Schwangere sollten grundsätzlich keine Schlaf- oder Beruhigungsmittel einnehmen, siehe dazu auch mein Blogartikel zu diesem Thema: -> zum Blogartikel „Schlafstörungen in der Schwangerschaft“

 

Liste der Links zu diesem Artikel:
kognitive Verhaltenstherapie
Online-Videokurs
Restless-Leg-Syndrom
Psychosen
Schlafstörungen in der Schwangerschaft
Schlafmittel und ihre Wirkung

 

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